Wie erkenne ich eine E-Mail, die nur so tut, als käme sie von einem Kollegen?
Der Name ist der des Chefs, die Adresse nicht. Vier Prüfungen in zehn Sekunden, die Schweizer Zahlen zu E-Mail-Betrug und was du tust, wenn du schon geantwortet hast.
„Hoi, bist du im Büro? Ich brauche kurz einen Gefallen, ich schreibe dir hier, weil ich in einer Sitzung bin.“ Der Name ist der deines Chefs. Der Ton ist fast seiner. Und die Bitte, zwei Nachrichten später, ist immer dieselbe: eine Zahlung, eine IBAN, die geändert werden soll, Geschenkkarten.
Wie schafft es ein Betrüger, wie mein Kollege auszusehen?
Auf drei Arten, von der einfachsten zur hinterhältigsten:
- Der angezeigte Name. Der Absender wählt den Namen, den du siehst, frei: „Marco Keller“ kann von irgendeiner Adresse kommen. Auf dem Telefon siehst du oft nur den Namen.
- Eine fast gleiche Domain.
firma-ag.chstattfirma.ch, oder einlstatt einesi. Schnell gelesen, sieht es richtig aus. - Das echte Postfach, gehackt. Wurde das Passwort eines Kollegen gestohlen, kommt die Nachricht von seiner echten Adresse, manchmal mitten in einer echten Unterhaltung.
Was prüfe ich, bevor ich antworte?
Vier Dinge, und das dauert zehn Sekunden:
- Schau auf die Adresse, nicht auf den Namen. Tipp auf den Absender oder fahr mit der Maus darüber und lies die Domain Buchstabe für Buchstabe.
- Schau, an wen die Antwort geht. Wenn sich der Empfänger ändert, sobald du auf „Antworten“ drückst, ist das ein starkes Signal.
- Sei misstrauisch bei Eile plus Geheimhaltung. „Sofort“ und „sag es niemandem“ zusammen sind die Handschrift dieses Betrugs.
- Bestätige jede Bitte um Geld oder Daten mündlich. Ruf den Kollegen unter einer Nummer an, die du schon kennst, nie unter der Nummer aus der E-Mail.
Die letzte Prüfung ist die einzige, die auch gegen ein gehacktes Postfach hilft. Mach daraus eine schriftliche Firmenregel: Dann fühlt sich niemand unhöflich, wenn er den Chef anruft.
Wie häufig ist Phishing in der Schweiz?
Sehr häufig, und es nimmt zu. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) stiegen die Anzeigen wegen Phishing von 642 im Jahr 2020 auf 7409 im Jahr 2025. CEO-Betrug hat eine eigene Rubrik: 560 Anzeigen im Jahr 2025, und nur 5,5 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt.
Das sind Anzeigen, keine Angriffe: Viele Firmen erstatten keine Anzeige, die echten Zahlen sind also höher. Auf europäischer Ebene nennt die Cybersicherheitsagentur ENISA Phishing als Einfallstor für rund 60 Prozent der Vorfälle, die sie in ihrem Bericht 2025 untersucht hat.
Reicht der Spamfilter nicht aus?
Er hilft, sieht aber nicht alles. Die technischen Prüfungen der Domains (SPF, DKIM, DMARC) können alle stoppen, die die echte Domain deiner Firma fälschen, wenn die Domain so eingerichtet ist, dass gefälschte Nachrichten abgewiesen werden. Sie stoppen keine fast gleiche Domain, die eigens dafür registriert wurde, und sie können keine Nachricht stoppen, die aus einem echten Postfach kommt.
Deshalb hat die Abwehr zwei Schichten: einen zuverlässigen Filter vor dem Postfach und ein E-Mail-Programm, das dir hilft zu sehen, was du gerade liest.
Was macht Akomodix gegen gefälschte E-Mails?
Bei Akomodix läuft die Post aus dem Internet zuerst durch die Antispam- und Antivirus-Gateways von CybeTower, einem weiteren Produkt von uns, bevor sie den Server erreicht. In den Akomodix Apps für Web, iPhone, Android und Computer siehst du klare Hinweise, wenn ein Absender vorgibt, jemand anderes zu sein, und bevor du einen Link öffnest, siehst du die echte Website.
Die wirksamste Kontrolle kannst du aber schon morgen früh einführen, ohne etwas zu kaufen: Schreib die Regel „Jede Zahlungsaufforderung per E-Mail wird telefonisch bestätigt“ in einen Satz und schick sie allen. Der nächste Versuch meldet sich nicht vorher an.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Was ist CEO-Betrug?
Eine E-Mail, die angeblich vom Inhaber oder von einer Führungsperson kommt und eine dringende, vertrauliche Zahlung verlangt, eine geänderte IBAN oder den Kauf von Geschenkkarten. In der Schweizer Kriminalstatistik hat er eine eigene Rubrik: 560 Anzeigen im Jahr 2025, von denen die Polizei nur 5,5 Prozent aufklären konnte. Eine Regel stoppt ihn: Jede Geldforderung per E-Mail wird mündlich bestätigt.
Wenn die E-Mail von der echten Adresse des Kollegen kommt, kann ich ihr trauen?
Nicht immer. Wurde das Postfach des Kollegen gehackt, schreibt der Betrüger von dessen echter Adresse, oft als Antwort in einer echten Unterhaltung. Dann stimmt die Adresse, der Rest aber nicht: ungewohnter Ton, Eile, eine neue IBAN, ein unerwarteter Anhang. Die Prüfung per Telefon bleibt die einzige Kontrolle, die immer funktioniert.
Ich habe geantwortet oder geklickt: Was mache ich jetzt?
Informiere sofort die Person, die sich um die Informatik kümmert, und ändere dein Passwort von einem anderen Gerät aus, falls du eines eingegeben hast. Hast du eine Zahlung ausgelöst, ruf sofort die Bank an: Manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen. Melde den Fall danach dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und erstatte Anzeige bei der Polizei, wenn ein Schaden entstanden ist.